Okt 20

Der Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung wird als Jahresüberschuss bezeichnet und stellt das Geschäftsergebnis einer Abrechnungsperiode dar. Rechnerisch ergibt sich der Jahresüberschuss aus der Summe des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und dem außerordentlichen Ergebnis abzüglich der zu entrichtenden Ertrags- und Einkommenssteuern.

Erwirtschaftet ein Unternehmer einen negativen Jahresüberschuss, wird dieser als Jahresfehlbetrag bezeichnet. Der Jahresüberschuss kann als Kennzahl im Rahmen der Balanced Scorecard verwendet werden um Analysen hinsichtlich der Ertragskraft eines Unternehmens nach der Existenzgründung durchführen zu können.
Wird ein Jahresüberschuss in einer Geschäftsperiode erwirtschaftet, sind die Erträge größer als die Aufwendungen. Regelungen zum Jahresüberschuss sind in § 275 HGB geregelt. In die Berechnung von dem Jahresüberschuss werden ein etwaiger Verlust- oder Gewinnvortrag des Vorjahres und Bewegungen der Rücklagen nicht einbezogen.

Der Jahresüberschuss kann entweder zur Selbstfinanzierung durch Thesaurierung oder zur Ausschüttung an Aktionäre oder Gesellschafter verwendet werden. Für Aktiengesellschaften besteht die Pflicht einen bestimmten Teil von dem Jahresüberschuss in gesetzliche Rücklagen einzustellen. Für Unternehmen besteht in Grenzen die Möglichkeit den Jahresüberschuss durch Auflösung stiller Reserven oder die Veräußerung von Vermögensgegenständen zu erhöhen.

Okt 14

Der Immobilienfonds stellt eine Anlageform dar, die ein rechtlich identifizierbares Sondervermögen darstellt, welches gänzlich oder weitgehend aus Immobilien besteht. Je nach Fondstruktur können verschiedene Arten des Immobilienfonds unterschieden werden.

Sogenannte offene Immobilienfonds ermöglichen es Investoren jederzeit in den Immobilienfonds einzusteigen und eine Anteilsrücknahme durchzuführen. Geschlossene Immobilienfonds werden zeitlich begrenzt projektbezogen aufgelegt und nach der Gesamtfinanzierung des Projekts geschlossen. Der Real Estate Investment Trust (REIST) stellt eine Kapitalgesellschaft dar, die hauptsächlich Immobilien verwaltet und handelt. Diese Kapitalgesellschaften geben in der Regel einen hohen Teil des erwirtschafteten Gewinns als Dividende aus. Die erwirtschafteten Gewinne eines Unternehmens aus Immobilienfonds sind im betrieblichen Rechnungswesen auszuweisen und dementsprechend steuerpflichtig.

Immobilienfonds die sich an bestimmte nicht natürliche Anlegerkreise wie Versicherungen, Stiftungen, Versorgungswerke und Pensionskassen richten, werden als Immobilien-Spezialfonds bezeichnet. Solche Immobilienfonds werden durch eine von den Anlegern gegründete Kapitalgesellschaft aufgelegt und verwaltet.

Okt 01

Mit GuV wird die Gewinn- und Verlustrechnung als Bestandteil des Jahresabschlusses abgekürzt, die zur Information externer Bezugsgruppen zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens dient.  Gegenstand der GuV ist die Berechnung des Gewinns eines Unternehmens durch die Darstellung der Aufwendungen und Erträge innerhalb eines Geschäftsjahres. Im Falle das die Erträge die Aufwendungen überschreiten hat das Unternehmen Gewinn bzw. falls die Aufwendungen die Erträge übersteigen Verlust erwirtschaftet.

Jede Person die Kaufmann im Sinne des § 1 HGB ist, hat im Rahmen des Jahresabschlusses gem. § 242 HGB aus seiner Buchführung eine GuV zu erstellen. Detaillierte Vorgaben zur Erstellung der GuV sind im HGB, IFRS und US-GAAP gesetzlich geregelt. Grundsätzlich besteht eine Veröffentlichungspflicht für die GuV. Ausgenommen von der Publizierungspflicht sind gem. § 5 PublG Einzelkaufleute und Personengesellschaften unter Maßgabe erweiterte Angaben zur Ertragslage in der Bilanz zu tätigen.

Im Gegensatz zur Bilanz, die eine Zeitpunktrechnung darstellt, erfolgt bei der GuV eine Zeitraumrechnung hinsichtlich des Unternehmenserfolgs einer Rechnungsperiode. Bezüglich des formalen Aufbaus der GuV gelten bestimmte Wahlmöglichkeiten. Zum einen hat der Unternehmer zu entscheiden ob der Aufbau in Konten- oder Staffelform erfolgen soll. Zudem besteht die Option die GuV nach dem Brutto- oder Nettoprinzip zu erstellen. Dabei werden bei Anwendung des Bruttoprinzips die verschiedenen Posten als Einzelpositionen ausgewiesen. Schlussendlich besteht ein Wahlrecht bei der Methode der Berechnung zwischen dem Gesamtkostenverfahren und dem Umsatzkostenverfahren. Unterschiedlich gestalten sich bei diesen Methoden die Verrechnung und die Gruppierung der Kostenarten.

Sep 27

Als Gewerbe wird jede Tätigkeit verstanden, die auf eigene Rechnung, Verantwortung und auf Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht im wirtschaftlichen Bereich ausgeführt wird. Die Ausführung von einem Gewerbe erfolgt in der Regel in einem Gewerbebetrieb durch einen Gewerbetreibenden. Nach rechtlicher Anschauung müssen für das Vorliegen einer gewerblichen Tätigkeit vier verschiedene Tatbestände erfüllt sein. Die Tätigkeit hat nach außengerichtet zu sein, auf selbstständiger Basis zu erfolgen, planmäßig auf eine bestimmte Dauer ausgelegt sein und ihr muss eine Gewinnerzielungsabsicht zugrunde liegen.

Gesetzlich geregelt ist das Gewerbe in der Gewerbeordnung. Diese verlangt die Anmeldung eines Gewerbes im Zuge einer Unternehmensgründung beim zuständigen Gemeindeamt. Das Gewerbe lässt sich für Industrie, Hausgewerbe, Handwerk  und Verlagswesen unterscheiden. Durch das Grundgesetz ist die Gewerbefreiheit für jede Person Kraft des Gesetzes garantiert.

Sämtliche Einkünfte aus Gewerbebetrieb gem. § 15 EStG unterliegen der Einkommenssteuerpflicht als Gewinneinkünfte im Sinne des § 2 Abs. 1 EStG. Zusätzlich haben Gewerbetreibende eine Gewerbesteuer auf Ihre Gewinne zu entrichten.

Sep 08

Das Gesamthandseigentum ist dadurch charakterisiert, das das Eigentumsrecht einer Sache mehreren Personen zusteht. Demzufolge ist jede Person Eigentümer der ganzen Sache und nicht nur eines Teils. Im Rahmen des Gesamthandseigentums ist allerdings das Verfügungsrecht der Eigentümer beschränkt. Im Gegensatz zum Bruchteilseigentum existieren beim Gesamthandseigentum keine gesonderten Eigentumsanteile über die eine Einzelverfügung der Eigentümer möglich wäre. Anwendung findet das Gesamthandseigentum bei Gütergemeinschaften und Erbengemeinschaften.

Indirekt bestehen beim Gesamthandseigentum einzelne Anteile im Falle einer Erbengemeinschaft gem. § 2033 BGB. Der Anteil eines Eigentümers am Gesamthandseigentum wird nicht ins Grundbuch eingetragen. Grundsätzlich ist die Verfügung und Verwaltung des Gesamthandseigentums nur gemeinschaftlich möglich. Die Einlage eines Gesellschafters mit Gesamthandseigentum zu erbringen ist aufgrund der  gemeinschaftlichen Verfügungsrechte nicht möglich. Wie die Einlage eines Gesellschafters zu leisten ist regelt das Handelsgesetzbuch und etwaige Regelungen im Geschäftsplan der Gesellschaft.

Da diese gemeinschaftliche Verantwortlichkeit, insbesondere bei Erbengemeinschaften, schwer zu realisieren ist, steht jedem Miterben die Möglichkeit zur Verfügung seinen Auseinandersetzungsanspruch geltend zu machen um ein Ende der gesamthänderischen Verfügung und Verwaltung zu erwirken.

Aug 25

Über Freibeträge werden bestimmte Sachverhalte von der Steuerbemessung  ausgenommen bzw. die Steuerbemessungsgrundlage herabgesetzt. Übersteigt ein Betrag die Grenze bis zu der die Freibeträge gewährt werden, wird der Differenzbetrag als Bemessungsgrundlage angesetzt. Die Gewährung von Freibeträgen kann zum einen sozialen Gründen und zum anderen der Vereinfachung der Besteuerung dienen.

Die Einbeziehung von Freibeträgen kann bereits bei der Erstellung eines Businessplans im Rahmen der Finanzplanung erfolgen. Die Erstellung kann dabei über ein Businessplan Muster erfolgen.
Freibeträge werden im Rahmen der Einkommensteuer in Form des Grundfreibetrags, des Sparer-Pauschbetrags, dem Freibetrag bei der Veräußerung von Unternehmensteilen, dem Kinderfreibetrag, dem Alleinerziehendenentlastungsbetrag, dem Altersentlastungbetrag, dem Ausbildungsfreibetrag, dem Behindertenpauschbetrag, dem Freibetrag für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, dem Übungsleiterfreibetrag, dem Rabattfreibetrag, dem Versorgungsfreibetrag und dem Zukunftssicherungsbetrag gewährt.

Im Rahmen der Erbschaftsteuer sind sachliche und persönliche Freibeträge zu unterscheiden. Freibeträge werden ferner im Rahmen der Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer gewährt. Die Freibeträge sind von den Freigrenzen abzugrenzen. Freigrenzen stellen Schwellen dar, bei deren Überschreitung die Besteuerung des gesamten Betrags erfolgt.

Aug 19

Das Finanzgericht stellt das Gericht der ersten Instanz für finanzgerichtliche Streitigkeiten dar. Über das Finanzgericht haben Bürger die Möglichkeit sich gegen Bescheide und sonstige Maßnahmen des Finanz- und Zollamtes rechtlich zu wehren. Die Festlegung von Strafen für Steuersünder fällt dabei nicht in den Aufgabenbereich des Finanzgerichtes.

Die Struktur des Finanzgerichtes unterscheidet sich durch den zweistufigen Aufbau von dem anderer Gerichte. Die Gliederung des Finanzgerichts erfolgt in Senate denen jeweils drei Berufsrichter und zwei ehrenamtliche Richter unterstellt sind. Im Rahmen der Prüfung der Klage wird vom Finanzgericht die Einhaltung bestimmter Formalien geprüft. Ist diese Einhaltung gegeben gibt das Finanzgericht der jeweiligen Klage statt. Das Finanzgericht steht Privatpersonen und juristischen Personen im Rahmen ihrer Selbstständigkeit zur Verfügung.

Der Einspruch gegen Urteile des Finanzgerichts kann vom Kläger einzig durch das Mittel der Revision zum Bundesgerichtshof erfolgen. Beschwerden können gegen Entscheidungen des Finanzgerichts darüber hinaus beim Bundesgerichtshof eingereicht werden. Insgesamt existieren in Deutschland 18 Finanzgerichte, die auf 15 Bundesländer verteilt sind.

Aug 16

Die Eröffnungsbilanz stellt eine besondere Bilanz dar, die die tatsächlichen Vermögens- und Kapitalverhältnisse zu einem Bilanzstichtag im Rahmen der Gründung eines Unternehmens oder dem Beginn eines Geschäftsjahres darstellt. Über die Eröffnungsbilanz wird die Grundlage für die zukünftigen Eröffnungsbuchungen fortlaufender Rechnungsperioden geschaffen. Zur Erstellung der Eröffnungsbilanz sind die Vorschriften des §§ 242- 245 HGB zu beachten.

Der Kaufmann hat demzufolge zu Beginn seines Handelsgewerbes nach Erstellung eines Businessplans bspw. über eine Businessplan Vorlage und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres eine Eröffnungsbilanz zur Gegenüberstellung seiner Aufwendungen und Erträge im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen.

Der Jahresabschluss bildet sich aus der Eröffnungsbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. Maßgebend für den Jahresabschluss ist dessen Erstellung nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. Gesetzlich ist die Pflicht zur Erfassung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens für den Beginn  der tatsächlichen Tätigkeit gegeben. Aus dieser Buchführungspflicht resultiert die Pflicht zur Erstellung einer Eröffnungsbilanz. Mit der Erstellung der Eröffnungsbilanz soll eine Abbildung der Schuldendeckungsfähigkeit ermöglicht werden. Die Schuldenüberdeckung ergibt sich aus der Differenz aus Vermögen und Schulden als das Eigenkapital.

Aug 10

Über das Eigentum ist das umfassende rechtliche Herrschaftsrecht über eine Sache gegeben. Das Eigentum regelt sich aus einer Vielzahl von Rechten und Berechtigungen welche die Beziehungen und das Handeln zwischen Personen symbolisieren. Das Eigentum ist verfassungsrechtlich in Deutschland geschützt. Inhaltlich ist das Eigentum in einer Vielzahl spezieller Gesetze hinsichtlich des individuellen Eigentumsgegenstands geregelt.

Zur Anwendung kommen dabei das Bodenrecht, das Mietrecht, das Kaufrecht, der Denkmalschutz, das Umweltrecht, Steuergesetzte und andere. Der Besitz ist vom Eigentum hinsichtlich der damit einhergehenden Rechte abzugrenzen. Der Besitz stellt die tatsächliche Herrschaft über eine Sache dar.

Besitz und Eigentum kann gleichzeitig oder wie bspw. bei  der betriebsbedingten Überlassung von Gegenständen, die sich im Eigentum eines Unternehmers befinden und im Rahmen seiner Selbstständigkeit seinen Angestellten zum Besitz überlassen werden, vorliegen. Grundsätzlich hat der Eigentümer einer Sache das Recht auf Herausgabe dieser es sei denn es gelten vertraglich festgelegte Schutzvereinbarungen für den Besitzer.

Aug 05

Derivate stellen Finanzinstrumente dar, deren Preise abhängig von den Kursschwankungen oder den Preiserwartungen anderer Handelsgüter wie Lebensmittel, Rohstoffe oder von Vermögensgegenständen wie bspw. Aktien oder Anleihen abhängen. Auch markbezogene Zinssätze oder Indices haben Einfluss auf den Wert oder Preis von Derivaten. Diese Abhängigkeit der Derivate von anderen Größen ist das Resultat der Konstruktion einer überproportionalen Abhängigkeit. Derivate stellen Verträge bezüglich zukünftiger Bedingungen zum Kauf, Verkauf oder Tausch von Vertragsgegenständen dar. Anwendung finden Derivate zur Absicherung gegen Verluste oder zur Spekulation von Kursgewinnen. Der Abschluss von Derivaten kann börslich oder außerbörslich erfolgen.

In die Reihe der Derivate lassen sich Optionen, Zertifikate, Swaps und Futures einordnen. Verschiedene Merkmale die Derivate aufweisen müssen können nach IFRS unterschieden werden. Zum einen muss ein linearer Zusammenhang zwischen der Änderung des Basiswertes und des Wertes des Derivates bestehen. Zum anderen erfolgen bei der Gestaltung eines Derivates keine Anschaffungsauszahlung und eine Glattstellung  in der Zukunft.

Unterschieden werden können Derivate als Termingeschäfte und Swaps. Im Rahmen eines Termingeschäfts erfolgt ein Handel von Wirtschaftsgütern  zu einem späteren Zeitpunkt als des Vertragsschlusses. Hierzu ist wiederum das bedingte und unbedingte Termingeschäft zu unterscheiden. Beim unbedingten Termingeschäft haben beide Vertragsparteien bei Fälligkeit ihre Verpflichtungen aus dem Vertragsverhältnis zu erfüllen. Unbedingte Termingeschäfte obliegen einem Wahlrecht zur Geschäftserfüllung durch eine Vertragspartei. Derivate können im Zuge der Umsetzung der Geschäftsaufgabe einen positiven Einfluss auf die Finanzstruktur des Unternehmens ausüben.